Werde Lebendig!

Was bedeutet es eigentlich lebendig zu sein? Wie kann ich das Leben so erfahren das es sich 100% echt anfühlt und ich mich verbunden fühle mit der Natur, der Welt?

Die Lösung ist: Fühlen. Das Leben können wir nicht verstehen, wir können es nur erleben, erfahren, fühlen. All unser Wissen, all unsere Konzepte über uns, über die Welt und über das Leben sind nur eine Interpretation. Ein Traum oder ein Spiel um uns selbst zu erfahren. Fühlen bedeutet uns selber wirklich zu spüren. Wir fühlen uns in unserem Körper. Echte Gefühle haben keine Namen, keine Bedeutung und keine Geschichte. Sie sind einfach da. Genau dabei zu bleiben und die Aufmerksamkeit nicht ausschließlich den Gedanken zu geben, die laufend versuchen die Gefühle zu benennen und zu interpretieren, das ist echtes Fühlen und lebendiges Sein. Wir können das nicht machen, denn wir sind es ja immer schon.

Die Herausforderung besteht also darin, uns zu entspannen und uns hinzugeben, uns zu erlauben einfach da zu sein und uns zu fühlen ohne es verstehen zu müssen und uns dabei bewusst zu sein, wie unser Verstand daraus fortwährend irgendeine Überzeugung manifestiert.

Wenn wir uns diesem Zustand hingeben, dann darf der Verstand auch wieder das sein, was er in Wirklichkeit ist. Ein Biocomputer der uns Lebensspiele erschafft. Wir selber kreieren uns unsere gedankliche Wirklichkeit um uns darin selbst zu erleben. Durch unseren Verstand können wir das Leben als Spiel erfahren, in immer neuen Varianten. Und im Bewusstsein, dass ich das Leben selbst bin, spiele ich das Spiel des Lebens, wage Abenteuer, entdecke Wunder und fühle mich lebendig. Und doch bin ich mir bewusst, dass ich nicht die Figur im Spiel bin und die Welt nicht das Level ist in dem ich grade rumlaufe. Ich weiss es natürlich nicht, denn ich existiere ausserhalb des Wissens, ausserhalb des Spiels. In diesem Nichtwissen kann ich mich aber fühlend selber erfahren, getriggert durch mein Spiel des Lebens. Das Bewusstsein ist immer da und immer vor allem Erleben.

Das einzige „Problem“ ist also, das ich mir - also dem Nichtwissenden Selbst - nicht mehr oder nicht immer bewusst bin. Wir wurden alle so erzogen, das wir uns selbst vergessen. Das wir ganz und gar in das Lebensspiel eintauchen und uns darin verlieren. Das wird aber erst zum „Problem“ wo wir beginnen aufzuwachen. Wenn unser Spiel plötzlich das Ziel hat uns selbst darin zu finden. Dann beginnen wir uns überall zu suchen in diesem Spiel. Und können uns natürlich nirgendwo finden. Denn wir sitzen ja immer vor dem inneren Bildschirm. Wir sind unser eigener User, nicht die Figur die wir in unserem Verstand durch unsere ausgedachte Spielwelt steuern.

Irgendwann erscheint im Spiel die Ahnung von unserer wahren Existenz. Eine nicht greifbare mystische Idee, die der Verstand dann auch wieder in unzählig vielfältige Bilder und Geschichten kleidet. Die spirituelle Dimension. Das berühmte Jenseits. Und wir sind schon immer dort, im Jenseits. Jenseits des Spiels, das wir in unseren Gedanken mit uns selbst spielen. Wir wurden nicht geboren, das Spiel wurde in uns geboren und wir werden nicht sterben. Das Spiel wird irgendwann enden, sterben und dann endet die Idee, dass Ich „etwas“ bin.

Ich bin. Fühlend gebe ich mich mir hin. Ich fühle mich im Spiel. Ich gewinne und verliere. Ich bin voller Freude und voller Trauer. Bin voller Lebendigkeit und sterbe in jedem Moment. Ich habe unendlich viele Leben.