Der Einklang mit der Natur liegt in uns selbst
Ich erlebe mich als Lebewesen.
Als Teil dieser Erde.
So wie jedes andere Tier, jede Pflanze, jeder Stein, jede Wolke und jede Welle des Ozeans. Für mich sind wir alle Teil einer einzigen Bewegung, die sich hier selbst erfährt.
Der menschliche Geist ist für mich ein scharfes Werkzeug. Mit ihm kann diese Bewegung sich aus unzähligen Perspektiven wahrnehmen. Um das zu ermöglichen, trennt er: Er zerlegt das Ganze in Einzelteile, betrachtet Dinge, als wären sie voneinander unabhängige Objekte, und erlebt sich selbst als etwas Getrenntes – als jemand, der über dem Leben steht und mit seinem Leben etwas machen kann.
So erlebe ich es: Das Leben hat diesen Geist hervorgebracht, damit es sich selbst immer wieder neu erfahren kann – in unterschiedlichen Aspekten, Formen und Blickwinkeln.
Ich habe diese Verbindung, dieses Gefühl für das gemeinsame Sein, nie verloren. Schon als Kind war es mir gegenwärtig. Es ist kein Wissen. Es ist eine unmittelbare Realisation dessen, was ist. Nichts Kompliziertes. Etwas zutiefst Einfaches.
Ich bin es.
Ich kann es überall wahrnehmen. Ich kann es im Körper fühlen – als Anziehung und Abstoßung, als Spannung und Entspannung. Alle Gegensätze tauchen in mir auf. Und gleichzeitig erlebe ich mich als das, was diese Gegensätze hält und erfährt. Als das, was Einheit ist.
Ich beobachte, wie Menschen ihr Leben träumen – und es lieben, diese Träume zu verwirklichen. Menschen singen, lachen, tanzen. Menschen lieben es, sich Geschichten zu erzählen. Sie lieben es, ins Kino oder ins Theater zu gehen, wo das große, inszenierte Drama des Menschseins in unendlichen Variationen aufgeführt wird.
Für mich ist das etwas zutiefst Menschliches: Wir leben in unserem eigenen Film. Wir leben in unserem eigenen Traum von Realität – jeder in seinem ganz persönlichen. Und ich empfinde das als wundervoll. Für mich ist nichts falsch daran, Mensch zu sein und seine Träume zu leben. Alle Aspekte, alle Welten, alle Träume haben ihre Berechtigung.
Jeder Mensch ist für mich einzigartig – nicht nur äußerlich, sondern auch in seiner Weltsicht, in seinen Interessen, in seiner Kreativität. Diese Vielfalt macht es möglich, eine gemeinsame Welt zu erleben. Sich in diesem Bewusstsein zu verbinden und aus vielen unterschiedlichen Teilen ein lebendiges Ganzes entstehen zu lassen, ist für mich gelebte Liebe.
Und zugleich erlebe ich es als dramatisch, schmerzhaft und manchmal sogar grausam, wenn diese Welten ihre Verbundenheit vergessen. Wenn sie sich in ihrer Isolation gegeneinander stellen, kämpfen und versuchen, sich gegenseitig zu übertrumpfen oder zu vernichten. Auch das gehört also zum Spiel.
Ich selbst spiele jedoch auf der anderen Seite. Ich spiele auf der Seite der Verbindung. Auf der Seite der Liebe. Nicht aus moralischen Gründen, sondern weil mir diese Verbundenheit niemals verloren gegangen ist. Deshalb kann ich gar nichts anderes sein.
In unserer modernen Zeit erlebe ich, wie das dunkle Drama dieser Geschichten seinen Höhepunkt erreicht. Die Fülle, der Wohlstand und die Bequemlichkeit unserer zivilisierten Welt sind kaum zu überbieten. Und gleichzeitig brechen viele Menschen unter der Flut von Informationen, Anforderungen, Erwartungen und Regeln zusammen, die dieses Spiel mit sich bringt. Ich sehe viel innere Isolation. Menschen kämpfen um das Überleben ihrer eigenen Illusion, anstatt sich auf ihr lebendiges Sein zu besinnen und von dort aus eine echte Verbindung zum anderen zu suchen.
Viele haben aus meiner Sicht ihre eigene Natur vergessen. Sie leben, als wären sie voneinander getrennt. Sie erleben sich nur noch als Person – in Konkurrenz zu allem anderen – und verlieren dabei das Gefühl für das große Ganze.
Ein geistiges System, das die Rahmenbedingungen für alle definiert, wird uns früh anerzogen und als Realität installiert. Wir wachsen in ein Betriebssystem hinein, das uns Rollen zuweist. Und wir beginnen, diese Rollen zu spielen.
Ich erlebe, wie unsere Aufmerksamkeit – unser Bewusstsein für das große Ganze, für die Natur des Lebens und für das lebendige Selbst – durch eine unendliche Fülle von Dingen, Zielen, Ideen und Idealen gebunden wird. Und so werden wir immer mehr zu jemandem, der etwas aus sich machen will und sich ein künstliches, bequemes Leben einrichtet. Oft im Wettbewerb und in Konkurrenz zu anderen.
Bei mir hat das nur begrenzt funktioniert. Denn für mich war es immer schon das, was es ist: Ein Spiel. Schon als Kind habe ich gespürt und gewusst, dass diese gespielte Wichtigkeit der Menschen eine Inszenierung ist. Dennoch wurde ich gezwungen, sie ernst zu nehmen. Auch ich musste mich integrieren: zur Schule gehen, mich unterordnen, funktionieren.
Dabei ist es für mich gerade das Großartige an diesem Leben, dass wir miteinander spielen können, als wären wir verschieden. Dass wir uns in unendlicher Vielfalt immer wieder neu begegnen können. Dass wir uns lieben, miteinander tanzen und uns zugleich – im Bewusstsein des Ganzen – respektvoll abgrenzen können. Genau deshalb liebe ich dieses Spiel.
Das, was wir Erziehung nennen, ist jedoch kein Spiel, es ist Zwang. Wir werden von unserer eigenen inneren Freiheit getrennt und müssen uns zu etwas machen. Zu einer Person, die auf einer überschaubaren Anzahl von vorgefertigten Möglichkeiten ihren Weg finden muss, den andere bereits definiert haben. Das war für mich von Anfang an eine tiefe Qual und Traumatisierung. So erziehen wir uns von Generation zu Generation weiter aus der eigenen Natur heraus – hinein in eine geistige Ersatzwelt die auf Leistung und Abgrenzung beruht anstatt auf Bewusstheit und Verbundenheit.
Anstatt wirklich da zu sein – miteinander und füreinander – werden Bedingungen gestellt. Verbindung und Anerkennung werden als Belohnung vergeben, wenn ich mich systemkonform verhalte. Andernfalls folgen Liebesentzug, Isolation oder sogar körperliche Bestrafung.
So habe ich früh gelernt, Brücken zu bauen. Zwischen Menschen. Zwischen Welten. Ich habe immer danach gesucht, wie ich jemanden erreichen kann, wie ich zu seiner Realität eine Brücke schlagen kann – damit wir trotz unserer Unterschiede in Verbindung bleiben. Und im besten Fall über diese Brücke zurückfinden in das Lebendige, das vor allen Rollen, vor allen Gedanken und vor allen Konzepten immer schon da ist.
Denn so erlebe ich es: Alles ist auf irgendeine Weise miteinander verbunden. Alle Lebewesen sind einzigartig, doch die Brücke unserer gemeinsamen Natur verbindet alles.
Diese schwingende Lebensenergie ist für mich unser wahres Selbst.
Ich erlebe sie als das Leben selbst, das sich in dieser körperlichen und geistigen Form entfaltet und sich so selbst begegnet. Wir können uns als Person erleben – doch wenn ich genau hinschaue, entdecke ich, dass ich diese Person in mir erlebe. Ich finde kein Ich mit eigener Substanz, das für sich allein existiert. Es ist ein Zentrum von Vorstellungen. Und all diese Vorstellungen erscheinen in der Lebendigkeit, die hier gegenwärtig ist.
Die eigene Natur ist immer schon da. Wir waren nie getrennt. Es ist für mich eine tiefe Erfüllung, einem Menschen in diesem Bewusstsein zu begegnen. Dann geschieht natürliche Liebe ganz von selbst. Und zugleich berührt es immer wieder meinen eigenen Schmerz, Menschen zu begegnen, die sich vollständig von dieser Einheit getrennt haben und nur noch ihre Rolle spielen. Menschen, die keine Brücken mehr suchen, sondern ihre eigene begrenzte Meinung für die einzige Wahrheit halten und dafür kämpfen und in den Krieg ziehen - im Kleinen und im Großen.
Aus diesem Grunde hat mich das Leben hierher geführt, ins Wild Spirit Land nach Portugal. Hier kann ich mich aus dem Mainstream und der modernen Gesellschaft heraushalten bzw. ihr so begegnen wie es mir gut tut. Ich lebe bevorzugt in meiner eigenen Realität, die für mich stimmig ist. Eine Realität, die nicht isoliert sondern offen ist – für Lebendige, Liebende, Suchende, für Menschen, die Brücken bauen wollen statt Brandmauern.
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